Die Projektidee/

Das Projekt atmet

Das Projekt Zum Greifen nah ist eine Raum-/ Zeitfigur, die sich ständig verändert und erweitert. Kristalisationspunkte sind eine Reihe von einfachen Objekten, die ich seit über 20 Jahren und auch künftig herstelle. So wächst der Fundus an Objekten ständig weiter.

Die Objekte sind für den privaten Bereich und Gebrauch gedacht und werden im Rahmen kleiner Veranstaltungen gegen eine Mietgebühr verliehen. Die Veranstaltung als solche ist kostenlos. Die Gastgeberin/ der Gastgeber sorgt für die Einladung. Ich selbst führe kurz in das Projekt ein und gebe Hinweise zum Gebrauch der Objekte. Mit manchen muss man sehr vorsichtig sein, andere erlauben ein kräftiges Hinlangen. Dennoch: pfleglich muss man mit allen sein. Die Objekte selbst wollen keine bestimmte Mitteilung machen – sie erschließen sich im Greifen, Betrachten und Verwenden.

Durch die Teilnahme an den Veranstaltungen und durch die Mietausleihe werden die Menschen Teil der Raum-/ Zeitfigur. Ihre Privaträume werden zu einem Teilausstellungsraum.

Die Gäste in diesen Privaträumen werden wiederum durch ihren Besuch zu einem Teil der Raum-/ Zeitfigur. Jede Mieterin und jeder Mieter macht während der Mietdauer ein Foto des Objekts in der eigenen Umgebung und zählt wie in einem Museum die Besucher. Nach der Höchstmietdauer von einem Jahr geht das Objekt zusammen mit dem Foto und Nennung der Besucherzahl zurück.

Das Projekt „1000 Papiertaschentücher“ ist eine Ausnahme. Die Originalzeichnungen verbleiben im Archiv. Sie wurden allesamt unter gleichbleibenden Lichtbedinungungen fotografiert. Die Reproduktionen können käuflich erworben werden. Jede Käuferin und jeder Käufer wählt aus dem Gesamtfundus der 1000 Zeichnungen 10 Motive frei aus. Jede gewählte Kombination wird nur dieses eine Mal als hochwertiger Kunstdruck im Maßstab 1:1 hergestellt. Alle Käufer*innen werden dadurch mit ihrem erworbenen Unikat zu einem einmaligen Teil des Gesamtwerkes. Auch hier muss ein Foto vom Objekt am Hängeort gemacht werden und an mich geschickt werden.

Winfried Walter Skarke