Winfried W. Skarke/

Das Material muss aufgefunden werden

Die Verbindung zur Wesens/kern/strategie

Meine Objekte bedeuten nichts außer das was sie sind: Eine Kugel mit Fäden, ein Schrank restlos gefüllt, zu Wänden gesteckte Stäbe. Mit den Objekten und Zeichnungen bewege ich mich in einem Raum außerhalb der konkret verstehbaren Bedeutung. Und da ist die Verbindung zu der von mir entwickelten Wesens/kern/strategie (W/k/s): Bei der W/k/s helfe ich Menschen, ihre Ahnungen in konkrete Formulierungen zu bringen – die Schwelle vom Geahnten zum Konkreten zu übersschreiten. Nachdem ich den Raum jenseits der Schwelle so gut kenne, weiß ich auch, wie diese Schwelle hin zum konkret Formulierbaren überschritten werden kann.

Finden – mein Thema

Als Kind hatte ich einen Schuhkarton. Darin meine wertvollsten Schätze. Fundstücke allesamt. Meine erwachsene Schatzkiste zeigt sich in der Verwendung der Objekte, die ich herstelle. Der Arbeitsbeginn ist immer etwas Vorgefundenes. Manches Material liegt Monate oder Jahre im Keller, in der Garage oder im Weg herum, weil ich weiß, dass daraus mal etwas anderes werden wird – etwas, das zwar ich herstelle, dann aber von anderen benützt wird. Ein Arbeitsende mit dem Objekt gibt es erst, wenn die Benützbarkeit nicht mehr gegeben ist. Bisher sind noch alle in Gebrauch.

3 Geschichten

Die Bambusstäbe sind Ernte aus unserem Garten und die Bündel standen lange an eine Wand gelehnt, bevor ich einen Durchgang damit versperren wollte und die „Bambuswand“ danach verschiedene Formen annahm. Das Eibenholz war mir billig und lange zurückliegend überlassen und der rote Zwirn von meiner Oma war sorgsam verwahrt, bevor eine Kugelskizze und der Impuls „das will ich spüren“ beides zu „41 Fäden“ zusammengeführt hat. Das Medizinschränkchen rief aus einem Sperrmüllhaufen und der Gedanke einen Stauraum gänzlich ohne Zwischenräume auszufüllen, hat den „Farbkasten“ werden lassen.

Wo kommt die Überschrift her?

Die Überschrift ist eine Widmung von Franz Erhard Walther aus dem Jahr 1995 zum Ende seiner Ausstellung in den privaten Kunsträumen Augsburg. Ich habe damals die Ausstellungsdrucksachen für ihn layoutet.